Erlebnisberichte unserer Schüler
Flora P. - Kapstadt - 10/11
Für ein halbes Jahr nach Südafrika zu gehen war wahrscheinlich eine der mutigsten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. In diesen 5 Monaten habe ich so viele Dinge erlebt, die mir in Österreich womöglich nie passiert wären. Als ich mein Placement und somit die ersten Infos über mein Gastfamilie erhalten habe, war es wie Weihnachten und Geburtstag an einem Tag! Ich war so aufgeregt, und das nicht nur wegen dem Telefonat, das mir bevorstand.
Das Vorbereitungsseminar war wie ein Treffe mit Seelenverwandten: Ein quirliger Haufen reiselustiger Jugendliche mit einer Menge Fernweh im Bauch. Ich habe mich danach viel sicherer und schon richtig abflugbereit gefühlt.
Das 3-tägige Orientation Camp in Kapstadt wurde nur im kleinen Kreis von fünf anderen Austauschschülern gehalten, und durch anfängliches Heimweh kam leider nicht viel Freude auf. Doch da uns ein spannendes Besichtigungsprogramm vom ganzen Kap geboten wurde, hat das die Laune um einiges gehoben ;-)
Sowohl von der Gastfamilie, die mir mit allen Tanten und Onkeln gegenüber stand, als auch von der Schule war ich anfangs wirklich überrumpelt. Diagnose: Kulturschock. Doch schon nach wenigen Tagen hat mir die offene, liebenswerte Art meiner Gastschwester und meiner Schulkollegen geholfen, mich wie zu Hause zu fühlen. Meine beste Freundin war meine Gastschwester, und auch sonst habe ich Freundschaften durch meine Gastfamilie geknüpft, da das Leben in Südafrika sehr familienbezogen ist. „Richtige“ Freunde aus der Schule habe ich erst gegen Ende meines Aufenthaltes im Debattierklub und bei der Mathe-Olympiade gefunden. Neben diesen Schulaktivitäten war ich auch im Jugend-Kirchenchor, der Jugendgruppe und bei einer Opern-Aufführung meiner Gastschwester backstage aktiv.
Eines meiner besten Erlebnisse war, als ich nach langer Zeit wegen finanziellen Problemen Gastfamilie wechseln musste und mir so viele Leute, sogar einige meiner Lehrer, anboten, bei ihnen zu wohnen. Diese Warmherzigkeit ist fast typisch für Südafrikaner. Als Leute dann begonnen haben, mich zu fragen, ob ICH etwas mit ihnen unternehmen will, und nicht nur mit meiner Gastschwester mitkommen will, wusste ich, ich bin hier zu Hause. Ein tolles Highlight war natürlich auch der richtig afrikanische Trip in den Krüger National Park!
Ich glaube, dass mein Auslandssemester mich um einiges stärker gemacht hat. Auf Englisch gibt es ja den tollen Begriff „streetwise“ dafür ;-) Dadurch, dass nicht immer alles perfekt gelaufen ist und ich auch anfangs starkes Heimweh hatte, aber nicht aufgegeben habe, bin ich viel selbstständiger geworden und weiß viele Kleinigkeiten einfach mehr zu schätzen. Ich bin so froh, dass ich diese 5 Monate in Südafrika verbracht habe, weil ich nicht nur die Menschen dort, sondern auch mich viel besser kennen gelernt habe. Mit meiner Gastfamilie bin ich immer noch in Kontakt – und ich hoffe, das bleibt noch lange so!
Manuela E. - Somerset West - 06/07
SANIBONANI!
Ich denke, wenn du diesen Bericht liest bist du an einem Abenteuer der ganz besonderen Art interessiert. Afrika ist ein Kontinent der großen Kontraste, er verlangt dir viel Offenheit und Toleranz ab, aber er wird dir wunderbare und unvergessliche Erfahrungen zurückgeben. Irgendwelche Vorurteile wirfst du am besten gleich über Bord!
Als ich von meiner Gastfamilie in Südafrika erfuhr schien für mich ein Traum in Erfüllung zu gehen. Nach einem lehrreichen und lustigen Trip nach Joburg, konnte ich dann endlich in den Flieger steigen und sie alle kennenlernen. Leider ging meine Erfahrung bei dieser Gastfamilie nicht gut, die Kommunikation war weder auf gleicher Wellenlänge, noch wurde ich wie ein Austauschschüler angesehen, sondern mehr wie ein Geldesel. Also musste ich mich entscheiden: entweder nach Hause fliegen - aber wer will das schon - oder ein Familienwechsel. Ich sprach mit meinem Local Representative, auch diese konnte das Problem nachvollziehen, und siehe da, ich landete bei der besten Gastfamily der Welt! Die Südafrikaner sind ein sehr warmherziges und offenes Völkchen, naja Völkchen ist vielleicht das falsche Wort, wenn man bedenkt dass es 11 Landessprachen und so viele verschiedene Kulturen in dieser "Rainbow Nation" gibt. Die Familie ist ein zentraler Punkt im täglichen Leben und alle wollen dich gleich einladen, v.a. zu ihrem heißgeliebten "Braai". Und genauso ist es in der Schule, meine besten Freunde lernte ich gleich am ersten Tag im Klassenzimmer kennen und sie begleiteten mich, nach dem anfänglichen Trubel, durch das ganze Jahr. Sport war sehr hoch geschrieben, ich wurde Teil der Leichtathletik-, Surf- und Hockeymannschaft, sang im Schulchor und ging zum Malkurs. Es verging kein Tag ohne Aktivitäten. Natürlich musste aber genug Zeit für meine Gastfamilie bleiben, die für mich mein Jahr zu einem ganz besonderen gemacht hat. Sie hat mir das Afrika gezeigt, das ich erleben wollte, es hat aber alle meine Erwartungen übertroffen.
So, ich will nicht behaupten in Afrika sei alles easy, denn du möchtest ins Ausland, also bist du nun an der Reihe auf Andere zuzugehen. Ich kann dir jedoch nur raten: trau dich, ich verspreche dir, es zahlt sich aus!
NKOSI SILELEL´I AFRIKA











