Erfahrungsberichte unserer Schüler
Peter S. Papanui, NZ - 2011
Als ich im Juni 2011 zum Flughafen fuhr, begann eine lange, lange Reise. Die ersten zwanzig Stunden konnte ich wegen einiger Unwetter kaum schlafen, und die zweite Hälfte meines Fluges konnte ich vor Aufregung nicht schlafen. Tausend Fragen drehten sich in meinem Kopf – wie würden meine Gasteltern sein? Was wenn sie mich nicht mögen würden? Wie würde die Schule sein? Und meine erste Frage war vor allem wie sollte ich sie am Flughafen begrüßen?
Als ich dann schließlich nach fast 45 Stunden beinahe schlafloser Reise in Christchurch ankam, war ich völlig erschöpft. Meine Gastfamilie begrüßte mich sofort freundlich und um ehrlich zu sein weiß ich nicht einmal mehr, was ich gesagt habe. Nachdem wir den zugegebener Weise sehr schwierig zu bedienenden Parkautomaten nach einer mir beinahe unendlich lange erscheinenden Wartezeit schließlich doch zur Herausgabe unseres Tickets zwingen konnten, fuhren wir endlich heim. Das erste Wochenende verbrachte ich fast ausschließlich mit Schlafen und dem Ausräumen meines Gepäcks. Das Haus, in dem ich für die nächsten Monate Leben sollte war ein sehr modernes, großes Haus in den Suburbs und ich hatte ein geräumiges Zimmer und sogar mein eigenes Bad.
Am ersten Schultag fuhr ich mit meiner Hostmum Andrea in meine Schule die Papanui High School. Ich bekam zwei Buddies – das sind so etwas wie die ersten Freunde im Gastland, und meine Schuluniform und schon begann mein erster Schultag. In Neuseeland kann man meist aus einer Vielzahl von Fächern sich passende Kurse wählen und ich entschloss mich ein paar „gemütlichere“ aber auch einige anspruchsvollere Fächer zu nehmen.
In den ersten zwei Wochen bestand mein Freundeskreis fast ausschließlich aus Internationals und da viele von diesen bald NZ verließen ging ich auf einige Farewell-Parties und unternahm einiges mit meiner Hostmum. Nach diesen zwei Wochen begannen bereits der Termbrake, also zwei Wochen Ferien. Die erste Woche erkundete ich mit Freunden Christchurch und Umgebung und in der zweiten Woche flog ich zum Orientation Camp nach Auckland. Am Beginn waren die meisten noch sehr müde vom Flug aber trotz allem fanden sich sogar am ersten Abend Leute, die noch nicht schlafen wollten. Wir waren eine lustige Truppe und wir hatten viel Spaß beim Erkunden der größten Stadt Neuseelands. Die Zeit in Auckland verging sehr schnell einzig und allein der letzte Tag war nicht sehr lustig, da wir den ganzen Tag am Flughafen herumsaßen und nichts taten.
Die nächste Zeit war geprägt von Schule und vielen Ausflügen. Mit der Schule fuhren wir in die Neuseeländischen Alpen Radfahren und später Skifahren. Um euch vielleicht etwas helfen zu können, wie ein „normaler“ Schultag in NZ aussehen könnte, werde ich euch von einem meiner erzählen: Um ca. 7 Uhr stand ich auf. Nach dem Frühstück mit meiner Hostfamily fuhr ich etwa 15 Minuten mit dem Rad zur Schule. Nach vier Stunden war eine halbe Stunde Pause und die Schule endete nach weiteren zwei Stunden Schule um ca. 15 Uhr. Danach besuchte ich entweder irgendwelche Clubs oder meistens ging ich mit meinen Freunden in die Mall und wir hatten Lunch. Manchmal blieben wir bis zum Abend in der Mall aber meist gingen wir später in den Park oder nach Hause. Je nachdem wann ich heimkam hatte ich noch Zeit für die Schule. Allerdings bekam ich insgesamt nur drei Mal eine Hausübung. Um ca. 18 Uhr, bei vielen Familien aber auch früher gab es dann schließlich Dinner. Den Abend verbrachten wir meistens vor dem Fernseher oder bei Freunden.
Im August schließlich war Formal und die Wochen davor waren von emsigen Vorbereitungen geprägt. Schließlich war es so weit. Wir fuhren beinahe klischeehaft wie in einem amerikanischen Film mit einer weißen Stretch-Limousine vor. Da in Christchurch allerdings der Ballsaal, in dem normalerweise Formals sind, zusammengebrochen war, war die Location nicht besonders toll. Trotzdem war es eine sehr lustige Nacht.
Ich könnte euch jetzt noch von vielen Erlebnissen oder Eindrücken erzählen, doch ich glaube jeder sollte sich selbst ein Bild machen. Mir jedenfalls viel der Abschied schwer und ich hätte noch gerne länger bleiben wollen. Ich wünsche euch ganz viel Spaß.
Julia F. Motueka, NZ - 2010
Kia ora!
Alles begann am 26. Jänner 2010, als ich mich plötzlich doch ein wenig nervös von Papa und Oma am Flughafen Wien verabschiedete und durch die Passkontrolle ging. Mama war gar nicht erst mitgekommen und hat schon am Vortag zu weinen begonnen. Aber so traurig wars doch gar nicht… Ich war eigentlich nur total aufgeregt. Gute zwei Tage später landete ich in Nelson, wo ich von meiner Gastfamilie und der für die Austauschschüler zuständigen Judy empfangen wurde. 45 Minuten später kamen wir in Motueka an, einem kleinen Ort ganz im Norden der Südinsel. „Mot“ ist mehr als ein Kaff mit etwa 8000 Einwohnern und vielen Kühen und Schafen. Allerdings gibt es auch einen netten kleinen Strand und der genial schöne Sandstrand von Kaiteriteri ist nur zehn Minuten entfernt. Auch die Berge und fast wie tropisch wirkende Regenwälder sind schnell zu erreichen. Die Motueka High School mit etwa 650 Schülern sollte für das Nächste Jahr meine Schule sein.
Die ersten Schultage
Ich hatte also bereits meine Schuluniform und meine Fächer (Outdoor Ed, Art, History, Drama, Maori, Media Studies – die hab ich aber noch mehrere Male geändert), als ich Anfang Februar total verängstigt in der Schule ankam. Es war auch der erste Schultag für Gastbruder Bryce, aber der ist sofort zu irgendwelchen Leuten gegangen, die er kannte und ich stand erst einmal alleine da. Also nicht ganz alleine, da es noch mindestens fünfzehn andere Deutsche gab, aber zu viel Kontakt mit denen wollte ich eigentlich um jeden Preis vermeiden. Etwas verwirrt folgte ich den andren und fand mich in der school hall im assembly wider, wo ich einigen Reden lauschen musste. Dann folgte ich einfach den anderen Leuten aus Year 12 (mein Jahrgang) und hörte mir noch mehr Ansprachen an, bis ich schließlich in meine Form Class geführt wurde. Und auch hier wurde noch mehr geredet, und das auf Maori, da ich dank meiner Fächerwahl in die Whanau class für die Maori gesteckt wurde (ist aber freiwillig). Dann irgendwann begann doch die erste reguläre Stunde: Art, also Kunst. Da waren dann auch gleich zwei Deutsche und eine Japanerin in meiner Klasse, was ich überhaupt nicht toll fand. Ich will doch Kiwi-Freunde! Aber ich redete ein bisschen mit Naoko aus Japan, die dann von Neuseeländerin Gemma in Lunchtime wirklich zu deren Freunde mitgenommen wurde. Und mich haben sie auch mitgeschleppt. Ich hab mich so unglaublich gefreut! Gemma hat viel erzählt und ich hab es kaum geschafft, mir ihren Namen zu merken, geschweige denn den von irgendjemand anderem. Aber ich muss zugegeben, dass ich nach diesem Tag eigentlich nie wieder mit Gemma geredet habe…
Am zweiten Schultag hatte sie nämlich keine Zeit und ich musste wohl oder übel mit den anderen Deutschen und Japanern herumhängen, weil Leute ansprechen traute ich mich nicht. In keiner meiner Klassen war irgendjemand interessiert an mir und ich hatte auch nicht wirklich die Möglichkeit, mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Das führte dazu, dass ich bereits am dritten Schultag vollkommen deprimiert war. Ich saß im assembly in einer langweiligen Willkommenszeremonie (Powhiri) und hatte einfach nur noch Gedanken wie „Verdammt, es wird alles nicht so wie ich es mir vorgestellt habe, ich werde nie Freunde finden!“ Ich hätte fast geheult…
Zwei Stunden später hatte ich zum ersten Mal Drama und hatte noch einmal Hoffnung, doch (noch) Kiwis kennenzulernen. Und als mich die Lehrerin fragte, wie lange ich bleiben würde, drehte sich plötzlich ein Mädchen nach mir um:
“Are you an exchange student?”
“Yes”
“Where are you from?”
“Austria”
“Cool. I’m from Germany, but we moved to New Zealand.”
“So you can speak German?”
“Yes.”
“What’s your name?”
“Bianca.”
Und so lernte ich sie kennen. Durch Bianca (mit der ich trotz perfekter Deutschkenntnisse immer nur Englisch geredet habe) begann ich auch mit ihren Freunden zu reden, die, wie ich später feststellte, auch in meiner History Klasse waren. Am nächsten Tag in der Pause setzte ich mich zu ihnen und wurde auch gleich ins Gespräch eingebunden. Allerdings war ich in den ersten Wochen mehr Beobachter und habe mich jedes Mal sehr gefreut, wenn ich irgendetwas gefragt wurde. Obwohl ich zu Beginn nie viel geredet habe war ich trotzdem jedes Mal glücklich, wenn ich bei meinen neuen Freunden war. Und nach einem Monat wurde ich von Mikaela zu ihrer Sleep-over-Party (hätte ich gewusst dass es ihr Geburtstag war, hätte ich auch ein Geschenk mitgenommen…J) eingeladen und fühlte mich zum ersten Mal wie ein richtiges Mitglied der Gruppe, das ich auch heute am anderen Ende der Welt noch bin. Mit der Zeit hatte ich dann natürlich auch mehr zum Mitreden, kannte ihre Inside jokes und war mehr Kiwi als „German“ (das ist der Oberbegriff für alle nicht asiatischen Austauschschüler).
Eine von Biancas Freunden, Lucy, die in so gut wie jeder meiner Klassen war, wurde relativ schnell meine beste Freundin und ist es auch heute noch. Wir schreiben uns immer noch jeden Tag Emails und sie kommt mich dieses Jahr zu Weihnachten ein Monat lang besuchen. Ehrlich gesagt waren meine Freunde überhaupt das allerbeste an meinem Jahr in Neuseeland und ich weiß nicht, ob es mir ohne ihnen auch so gut gefallen hätte!
Der Alltag
Das waren meine endgültigen Fächer für den größten Teil des Jahres. Fächer wechseln ist überhaupt kein Problem, sofern noch genügend Platz ist. Ich kenne keinen Austauschschüler, der seine Fächer nicht mindestens einmal gewechselt hat.
Formtime | |||||
Period 1 | Outdoor Ed | English | Drama | Maths | History |
Period 2 | Drama | Maori | History | English | Outdoor Ed |
Interval | |||||
Period 3 | Maths | History | Maori | Drama | English |
Period 4 | History | Maths | English | Outdoor Ed | |
Lunch | |||||
Period 5 | Maori | Maths | Outdoor Ed | Drama |
Schule beginnt um 8.40 (am Mittwoch um 9.00) und endet um 3.20. Dann geht es nach Hause, und zwar, wenn man wie ich mehr als 3km von der Schule weg wohnt mit dem Schulbus. Der holt einen in der Früh vor der Haustüre ab und liefert einen auch dort wieder ab. Allerdings fühlt man sich im Bussystem wie im Kindergarten: Um 3.20 müssen sich alle Bus-Leute am Parkplatz in etwa 10 Reihen aufstellen. Für jeden Bus gibt es zwei Reihen, eine mit allen Mädchen und eine mit den Burschen. Vorne steht ein Lehrer, der Aufsicht hat, und bestimmt die Reihe die am bravsten steht und nicht redet. Diese Reihe darf dann zuerst in den Bus. Manchmal bin ich mir also echt wie im Kindergarten vorgekommen.
English: So ähnlich wie Deutsch bei uns, aber irgendwie ganz anders. Man muss ein Buch lesen, 1000 mal gehörte Kurzgeschichten analysieren, eine Rede halten … und ich habe es doch wirklich geschafft „Top of English“ aus meinem Gesamten Jahrgang zu werden!
History: „Top of History“ war ich auch. Das ist aber echt ganz anders als Geschichte bei uns. Wir hatten vier große Themen, die wir etwa 2 Monate lang behandelten: Irland, Russland unter Stalin, Nahostkonflikt und Neuseeland im 20. Jahrhundert. Man muss aber keine Tests schreiben und Fragen beantworten, sondern stattdessen einen Aufsatz über jedes Thema schreiben. Und einmal haben wir sogar ein Musical über Stalin geschrieben und vorgetragen!
Mathe: Viel leichter als bei uns, ich hatte überhaupt keine Probleme. Ich habe Mathe geliebt, weil ich bei meinen Freunden sein konnte und wir eigentlich viel mehr geredet, gemalt und gespielt als gerechnet haben. Außerdem gibt es „Cake-Friday“ – einmal die Woche Kuchen in der Mathestunde!!
Drama: Das beste Fach überhaupt. Wir mussten in Kleingruppen kurze Stücke einstudieren und aufführen. Im August fuhren wir dann auf Drama Camp nach Wellington. Das Wichtigste war es dort zwar eigentlich in viele Theaterstücke zu gehen, aber die Stadt selbst, sightseeing und Shoppen war viel interessanter. Und wir „Feral Mot Kids“ die zu Hause nicht einmal eine Ampel haben waren natürlich vom Großstadt-Flair und all den Bussen, Zügen und Straßenbahnen mehr als begeistert.
Outdoor Ed: Mehr als zu empfehlen! In welchem Fach geht man sonst einmal die Woche kayaken, wandern und campen, caving (durch enge gatschige Höhlenspalten kriechen – genial!) und klettern während die anderen in der Klasse arbeiten müssen?? Allerdings sind sehr viele Austauschschüler in dem Fach!
Maori: Ich wollte die Sprache unbedingt zumindest ansatzweise lernen, was ich auch getan habe: Kia ora, ko Julia toku ingoa, no Ateria ahau. Allerdings war ich in einer Year 9 Klasse mit lauter 13 jährigen und wir haben mehr kindische Spiele gespielt oder Gedichte auswendig gelernt als wirklich die Sprache erklärt bekommen. Aber ich kann jetzt auch den Haka, viele Lieder und Schere Stein Papier auf Maori spielen („toka, pepa, kuti“).
Am Abend und während Lunchtime (viele Aktivitäten finden auch da statt) habe ich außerdem auch noch Hockey und Netball gespielt, ein Mitglied der Youth Group (immer sehr lustig!) war im Schulchor, in der Theatergruppe von Motueka wo wir „Heavenly Creatures“ (berühmter Film von Peter Jackson) aufgeführt haben, war bei der Schulproduktion (ein Theaterstück/Musical wo die halbe Schule teilnimmt) eine „mad woman“ und habe sogar Fechten und Kung Fu ausprobiert. Im Prinzip hatte ich also immer etwas zu tun, auch wenn mir am Wochenende zuerst immer total langweilig war. Allerdings ging auch das mit der Zeit vorbei, da ich immer mehr mit meinen Freunden und meiner neuen Gastfamilie unternahm.
Die Gastfamilie
Meine erste Familie bestand aus Izzy und Andy, ihrem 14-jährigen Sohn Bryce und Dackel Max. Sie hatten ein Haus direkt am Strand und ich konnte das Meer von meinem Zimmer aus sehen J. Allerdings hatte Bryce eine Art Hyperaktivitätssyndrom und ich war nicht der erste exchange student, der es nicht lange mit ihm ausgehalten hat. In der Schule hing er ständig mit mir rum, da wollte ich ihn nicht auch noch mitnehmen, wenn ich zum Beispiel am Abend mit meinen Freunden ins Kino ging. Deshalb habe ich mich sogar ein kleines bisschen gefreut, als mir Andy schließlich nach 5 Monaten sagte, dass ich entweder mehr mit Bryce unternehmen oder Familien wechseln sollte. Ich hätte mich nie von selbst getraut, die Gastfamilie zu wechseln, aber ich muss sagen, dass es wirklich das beste war. Traut euch, wenn wirklich etwas nicht stimmt!
Meine zweite Gastfamilie bestand aus Marilyn (60), Katze Minky und Hund George. Ihr Mann Peter war von Berufs wegen immer drei Monate auf See und drei Monate zu Hause. Marilyn war also sehr froh, endlich jemanden bei sich zu Hause zu haben. Denn ihre vier Kinder waren alle schon erwachsen und lebten in Australien.
Marilyn war wirklich total lieb und erinnerte mich total an meine Oma. Sie machte wirklich alles für mich und bestand sogar darauf mein Bett für mich zu machen. Sie wollte mich ganz genauso behandeln wie ihre Kinder, als sie jünger waren. Ich musste also überhaupt gar nicht im Haushalt mithelfen und hab immer sehr leckeres Essen bekommen. Leider auch viel zu viele Kekse und Kuchen, sodass ich fast 10 Kilo zugenommen (nachher aber auch sehr schnell wieder abgenommen) habe.
Sie gehörte zu den eher reicheren Neuseeländern und hatte ein wunderschönes luxuriöses Haus (Kühlschrank mit Eiswürfelmaschine!!!! Von dem war ich sooo begeistert!!!) auf einem kleinen Hügel außerhalb von Motueka. Man hatte den total tollen Ausblick über das Dorf und Schafe direkt vor der Haustüre. Das Meer war zwar zu sehen, aber der Strand ein bisschen weiter entfernt. Nicht so schlimm, im Winter konnte man sowieso nicht baden.
Reisen
Meine erste Gastfamilie unternahm gar keine Ausflüge oder Reisen mit mir. Allerdings nahm ich in den ersten Ferien im April an einer South Island Tour für Exchange Students teil. 10 Tage lang fuhren wir mit dem Bus über die Südinsel und ich habe alles gesehen. Milford Sound, Franz Joseph Glacier (ja – der ist wirklich nach dem österreichischen Kaiser benannt!), Pancake Rocks, Dunedin, Queenstown, Christchurch… also alles, was es da unten so zu sehen gibt. So eine Tour ist wirklich empfehlenswert, allerdings auch relativ teuer. Und man sollte aufpassen mit welcher Organisation man sie macht. Bei meiner Tour gab es nämlich NUR Deutsche und somit haben alle, selbst die Leiter, Deutsch geredet. Aber auch da hilft die Schule total weiter.
Mit Marilyn habe ich dann viel mehr Reisen unternommen. Ein Wochenende lang fuhren Peter und sie mit mir und meiner besten Freundin Lucy nach Golden Bay im Norden der Südinsel.
Einmal fuhr ich mit einer anderen Freundin Anna-Kate und deren Familie nach Bulwer in den Malborough Sounds jagen. Das heißt, ihr Vater versuchte zu jagen, während wir mit unserem Lärm alle Rehe und Possums verscheuchten. Aber habe zum ersten Mal in meinem Leben einen Fisch gefangen – und wurde anschließend angeblich ganz grün im Gesicht vor Seekrankheit. Anna-Kate lacht mich heute noch aus…
Im Winter fuhren wir mit der katholischen Youth Group zu einer Art Festival nach Christchurch. Ganz ehrlich: ich bin eher weniger religiös, aber Youth Group war trotzdem total lustig und so bekam ich auch Christchurch (noch vor all den Erdbeben) zu sehen. Außerdem habe ich es zusammengebracht , die Hälfte der Gruppe mit meinem Grippevirus anzustecken. So verbrachte jeden Tag jemand anderer den größten Teil seiner Zeit kotzend auf dem Klo. Kann man sich einen schöneren 16. Geburtstag wünschen? Später in meiner Abschiedsrede vor der ganzen Schule bedankte ich mich bei meiner Freundin Tegan, dass sie mir die Haare aus dem Gesicht gehalten hat, während ich meinen 16. Geburtstag kotzend verbrachte… Dass ich wirklich nur krank war, glaubte mir nachher keiner mehr^^
Außerdem ging ich zwei Mal mit meinen Freunden trampen: In den Abel Tasman National Park und den Heaphy Track im Kahurangi National Park. Beide Male waren einfach nur wunderschön mit genialer Landschaft! Und mit all meinen Freunden hatten wir auch den totalen Spaß =D Die Landschaft auf dem Heaphy Track verändert sich an jedem Tag: Man beginnt im Regenwald, kommt in alpines Gelände, dann Steppenlandschaft, geht einen Fluss entlang und schließlich kommt man zur West Coast mit Meer, Strand und Nikau Palmen. Und im sehr bekannten Abel Tasman gibt es einfach nur traumhafte Sandstrände und viele lustige Ausländer in den Hütten, mit denen man sich anfreunden kann.
Ein anderes Mal fuhr ich noch mit meiner Drama Klasse nach Wellington auf Drama Camp. Dort waren wir zwar hauptsächlich, um uns möglichst viele Theaterstücke anzusehen, aber uns „Feral Mot Kids“ die zu Hause nicht einmal eine Ampel haben, war Sightseeing und Shopping natürlich viel wichtiger! Die 3-stündige Fähre zwischen Picton und Wellington ist auch echt toll!
Das Reisen kam also wirklich nicht zu kurz. Im Dezember kam mich auch meine Familie aus Österreich besuchen und wir fuhren zusammen auf die Nordinsel, wo ich auch noch Auckland, Rotorua und den Norden mit Bay of Islands und Cape Reinga erkunden konnte. Dort, in Paihia, feierten wir auch Weihnachten am Strand gemeinsam mit Marilyn und Pete. Obwohl meine Brüder und ich keine Geschenke bekamen, war es trotzdem das allerbeste Weihnachten überhaupt mit Kayaken, Eis und Schwimmen im Meer!
Danach, auf dem Rückweg nach Österreich, machten meine Familie und ich auch noch Fiji, Tonga, Samoa und Los Angeles unsicher.
Im September war ich sogar Fallschirmspringen.
Und sonst hatte ich auch immer sehr viel zu tun, viele Partys mit meinen Freunden und Ausflüge in der Umgebung mit Marilyn. Im November machte ich auch bei den Exams mit und habe jetzt ein Zertifikat das besagt, dass ich NCEA Level 1 mit Merit bestanden habe! Allerdings kosten diese Exams für Ausländer relativ viel und sind keine Pflicht! Ich weiß selbst nicht so genau, warum ich teilgenommen habe, bin aber sehr froh, dass ich es getan habe.
Ich war wirklich sehr traurig, als ich nach 10einhalb Monaten zurück nach Hause musste. Am allermeisten vermisse auch heute noch meine Freunde. Wenn die Unis in Neuseeland nicht so verdammt Teuer für Ausländer wären, würde ich dort sofort studieren!
Mein Jahr in Neuseeland war wirklich das allerbeste, das mir jemals passieren konnte! Es gibt noch so viel mehr zu erzählen, aber ich glaube dieser Bericht ist wirklich schon lange genug.
Wer noch mehr Fragen hat oder Fotos sehen will kann das auf meiner Homepage:
http://www.julia-furtlehner.at/Neuseeland/index.htm oder einfach mir schreiben: juliafurtlehner
subdomain.gmx.at
by Julia FurtleTurtle
(das war mein Spitzname, da mein Nachname Furtlehner wie „Furtle“, also „Turtle“ mit F aussieht und meinen Nachnamen wirklich KEINER aussprechen konnte. Die allerbeste Version war noch „Footleaner“… So wurde ich dann zu FurtleTurtle)




